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                 "Sehr geehrte Dame, sehr geehrter Herr!

 

 Ob Ihnen mein Name jemals zu Ohren gekommen, weiß ich nicht.

Ich bin Maler und ob Sie jemals Produkte meiner Kunstbestrebungen gesehen und diese Ihre Aufmerksamkeit irgendwie zu fesseln vermögt hat?  

Letzteres wage ich kaum annehmen zu dürfen. –

 

Ich machte zu Ende der 30er anfangs der 40er Jahre des

19. Jahrhunderts meine akademischen Studien in Düsseldorf unter Johann Wilhelm Schirmers und Carl Lessings Leitung.

 

Ferner ging ich dann zur weiteren Ausbildung zwei Jahre nach Antwerpen. Darauf bestieg ich meine eigene Barke, wurde von stets wiedrigen Winden herumgeschleudert und hatte viel mit schweren Stürmen zu kämpfen.

 

In den letzten Jahren lebte ich in Braunschweig, wogegen Ende des Jahres 1868 ein Brief vom Oberkammerherrn v. Alten mir die angenehme Nachricht

 

brachte, daß man in Oldenburg bei Hofe Kunstgegenstände von mir gesehen in Folge dessen er, der Oberkammerherr, höchsten Orts beauftragt sei, bei mir anzufragen, ob ich geneigt sei, nach Oldenburg zu kommen, um Ihre königliche Hoheit die Frau Großherzogin zu unterrichten.

 

Sollten wir uns auch einmal im Leben begegnen, würde ich mich unendlich glücklich schätzen, Sie, geehrte Dame und Sie, geehrter Herr, persönlich kennen zu lernen.

 

 

                   Dem warmen Kunstfreunde herzlichen Gruß

 

 

                                                                      Hochachtungsvoll Heinrich Schilking"

 

 

 

aus: Brief von Heinrich Schilking an Herrmann Allmers, 5. März 1869

 


Bildquelle: Friedrich Boser, Bildniss Heinrich Schilking, aus der Serie: Freundschaftsgalerie von 57 Einzelbildnissen der Düsseldorfer Malerschüler und ihren Freunden, um 1840, Öl auf Leinwand, Museum Kunstpalast, Düsseldorf, Inv.-Nr.: M_2011-1_Detail, Fotograf: Horst Kolberg/ARTOTHEK


Konzeption und Organisation: Petra Sondermann & Alfred G. Smieszchala

Ausstellungstechnik und Ausstellungsaufbau: Alfred G. Smieszchala